Vor der Erschließungsplanung
Bevor die Planung des Neubaus überhaupt starten kann, sind intensive Bebauungsplanverfahren zur Schaffung des Baurechts notwendig. Bereits in dieser Phase ist es ratsam, den Erschließungsplanenden in die Planung einzubeziehen. So hat die Erfahrung aus zahlreichen Erschließungsprojekten in Kooperation mit der Raumordnungsplanung von Kling Consult oder Sieber Consult gezeigt, dass durch die frühe Einbindung bereits bei der Baurechtschaffung Erkenntnisse über Versickerungsmöglichkeiten, Straßenbreiten oder das erforderliche Bodenmanagement berücksichtigt werden können. Diese sind später u. a. ausschlaggebend für die Umsetzung oder mögliche Grundstückspreise.
Außerdem sind ein qualifiziertes Bodengutachten, eine Bestandsvermessung sowie eine Bedarfsplanung die Grundlage jeder Erschließungsmaßnahme. Wer darauf verzichtet, braucht sich später nicht über erhöhte Kosten wundern.
Trink- und Löschwasser
Um die Grundstücke mit Trink- und Löschwasser zu versorgen, ist die Planung ausreichend dimensionierter Wasserleitungen erforderlich. Hier gilt es neben der Wahl der Materialien und der Lage von Hydranten auch den Bestand und die späteren Erfordernisse der Eigentümer während der Planung zu berücksichtigen.
Schmutzwasserentsorgung
Die Schmutzwasserentsorgung der zukünftigen Bebauung wird in der Regel über einen Freispiegelkanal in den bestehenden öffentlichen Kanal geplant. Allerdings ist dies nicht möglich, wenn z. B. der Anschlussschacht keine ausreichende Tiefe besitzt oder es das Geländegefälle nicht zulässt. In solchen Fällen kann das Schmutzwasser auch über eine entsprechende Druckleitung abgeleitet werden. Die Ableitung des anfallenden Regen- und Schmutzwassers erfolgt in den meisten Fällen über ein Trennsystem. Nur in Einzelfällen kommt weiterhin ein Mischsystem zum Einsatz.
Verkehrsanlagen
Meistens sind die Verkehrsanlagen das einzig später zu erkennende Gewerk einer oft umfangreichen Erschließungsplanung. Diese können neben der Haupterschließungsstraße auch Geh- und/oder Radwege sowie die einzelnen Grundstückszufahrten umfassen.
Je nach Nutzungsart sind verschiedene Straßenbreiten anzusetzen. Besonders in Wohngebieten beeinflussen diese durch z. B. Verkehrsinseln, Parkmöglichkeiten oder andere Einbauten maßgebend den Verkehrsfluss und die -sicherheit. So wird bereits bei der Bebauungsplanerstellung der Verkehrsraum in Abstimmung mit dem Auftraggeber individuell entsprechend den späteren Erfordernissen festgelegt. Aus der späteren Nutzung sowie den zu erwartenden Verkehrszahlen ermittelt der Erschließungsplanende den notwendigen Straßenaufbau, welcher maßgebend durch den anstehenden Baugrund beeinflusst wird.
Die Gestaltung des Straßenraums orientiert sich oft an den angrenzenden Bestand, kann jedoch auf Wunsch des Auftraggebers und in Abstimmung mit der Gemeinde auch bewusst davon abweichen. So ist jedes Projekt einzigartig und unterscheidet sich durch Ausbaustandards, Querschnittsgestaltung oder die Längstrassierung.
Regenwasserableitung
Aufgrund voraussichtlich zunehmender Stark-niederschlagsereignisse wird die Planung der Regenwasserableitung immer wichtiger. Um den natürlichen Wasserkreislauf möglichst wenig zu beeinflussen, plant unser Team Tiefbau ressourcenschonende Lösungen zur Ableitung des Niederschlagswassers. So ist durch die Erkenntnisse der Baugrunduntersuchungen bereits im Vorfeld der Planung ersichtlich, ob eine Niederschlagswasserversickerung zur Anwendung kommen kann oder ob weitere Lösungsansätze gefunden werden müssen. Dabei bedeutet eine Versickerung des anfallenden Niederschlagswassers als zentrale (z. B. Rigole oder Regenrückhaltebecken) oder dezentrale Anlage (z. B. Mulde) immer den geringsten Eingriff in die Umwelt. Falls eine Versickerung vor Ort aufgrund der anstehenden Böden nicht möglich ist, kann auch eine (gedrosselte) Ableitung in bestehende öffentliche Kanäle oder eine Einleitung des gereinigten Regenwassers in ein Gewässer zum Einsatz kommen.
Um das Grundwasser vor Verunreinigungen beispielsweise durch Bremsstaub, Öle, Kraftstoff oder weiterer schädliche Materialien zu schützen, ist eine Vorreinigung erforderlich. Dies kann entweder über die belebte Bodenzone oder durch technische Anlagen erfolgen und wird durch unser Projektteam für jede Maßnahme individuell geplant. Anlagen dieser Art müssen vor Inbetriebnahme durch einen privaten Sachverständigen der Wasserwirtschaft (PSW) abgenommen werden.
Planen - beraten - steuern - überwachen
Zu den weiteren Aufgaben des Erschließungs-planenden gehört die Einbeziehung der späteren Spartenträger. Diese werden während des Projektablaufes durch unser Team rechtzeitig informiert und deren Belange in die Planung integriert. So entsteht eine gesamtheitliche Planung, in der Schnittstellen und mögliche Kollisionen schnell erkannt und Lösungen umgehend gefunden werden können.
Unser Team Tiefbau betreut von der Grundlagenermittlung über die Ausführungsplanung und Ausschreibung bis zur Betreuung der Bauabwicklung jährlich große sowie kleine Erschließungsmaßnahmen sowohl für Wohn- als auch für spätere Gewerbe- oder Industriegebiete. Durch das Finden wirtschaftlicher Lösungen und die umfassende Betreuung der Auftraggeber trägt Kling Consult dazu bei, dass bezahlbarer, erforderlicher Wohnraum geschaffen werden kann.