Neuaufstellung Bebauungsplan der Innenentwicklung im Markt Offingen


  • Juli 2020
  • M. Sc. Geographie Jana Fürstenberg

Der Siedlungsdruck nimmt stetig zu. Im Sinne der Nachhaltigkeit und eines schonenden Umgangs mit Grund und Boden ist das Thema der Nachverdichtung von bereits bebauten Gebieten aktuell für den Wohnungsbau besonders von Bedeutung. Die Flexiimmo GmbH als privater Bauträger plant im Siedlungsbereich des Marktes Offingen die Errichtung von vier Mehrfamilienhäusern auf dem Gelände des ehemaligen Kindergartens der katholischen Pfarrkirchenstiftung St. Georg – Offingen. Dadurch kann das brachliegende Grundstück flächenschonend nachgenutzt werden. Für das hierfür erforderliche Bauleitplanverfahren war das Team Raumordnungsplanung von Kling Consult verantwortlich.

Bauleitplanung zwischen Verfahrenserleichterung und steigenden fachspezifischen Anforderungen

Aufgrund der Lage des Plangebietes innerhalb der Ortschaft konnte der Bebauungsplan gemäß § 13 a BauGB im vereinfachten Verfahren aufgestellt werden. Trotz der dadurch möglichen Verfahrenserleichterung (u.a. Verzicht auf Umweltbericht und Erbringung naturschutzfachlicher Ausgleich) waren aufgrund der steigenden bauplanungsrechtlichen Anforderungen dennoch fachspezifische Belange wie der Hochwasserschutz oder der Artenschutz zu berücksichtigen. Durch die breite fachliche Aufstellung der Planer und Ingenieure bei Kling Consult konnte unser Planungsbüro den Bauherren von Beginn an und auch bei der Abstimmung mit den Behörden begleiten.

Lage im Überschwemmungsgebiet erfordert besondere Maßnahmen

Eine Herausforderung war die teilweise Lage des Plangebietes im festgesetzten Überschwemmungsgebiet der Mindel (100-jährliches Hochwasserereignis – HQ100). Als fachgesetzliche Vorgabe für die Bauleitplanung sind dabei die Regelungen des § 78 Wasserhaushaltsgesetz (WHG) zu berücksichtigen. Die Bearbeitung der erforderlichen Verfahrensschritte konnten in enger Zusammenarbeit mit dem Team Tiefbau unseres Planungsbüros bewältigt werden. So wurde eine hydraulische Berechnung durchgeführt, um nachteilige Auswirkungen des Bauvorhabens auf die Ober- und Unterlieger zu vermeiden. Zudem wurde der erforderliche Retentionsraumverlust ermittelt, der angibt, wie viel Volumen durch den geplanten Neubau im Überschwemmungsgebiet verloren geht. Hierfür wurde anschließend in Abstimmung mit dem Bauherren ein Konzept für den entsprechenden Retentionsraumausgleich erarbeitet. Die verlorene Fläche wird nun an einer anderen Stelle abgetragen.

Artenschutz schon in der Planungsphase berücksichtigt

Zusätzlich konnten die mittlerweile hohen Anforderungen zum Artenschutz durch unsere Biologin und in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde bereits auf Planungsebene berücksichtigt werden. Nach der Untersuchung des Plangebietes wurde ein Fachbeitrag zur speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung erstellt und die Ergebnisse in den Bebauungsplan eingearbeitet. Durch entsprechende Vermeidungsmaßnahmen kann sichergestellt werden, dass alle Vorgaben des europäischen und nationalen Artenschutzes eingehalten werden.

Auch nach Abschluss des Bauleitplanverfahrens unterstützt das Team Tiefbau unseres Planungsbüros den Bauherren mit der Erstellung der Antragsunterlagen für die wasserrechtliche Genehmigung, die für den Bauantrag erforderlich ist.

Das Team Raumordnungsplanung als Schnittstelle zwischen privaten Bauherren, Behörden und der plangebenden Kommune steht unseren Auftraggebern jederzeit mit fachlich versiertem Rat zur Seite.