Hochwasserschutz Thannhausen


  • September 2019
  • M.Sc. (TUM) Ulrich Schorer

Nach den Erfahrungen aus der Vergangenheit führen schon kleinere Hochwasserereignisse der Mindel und ihrer Zuflüsse zwischen Balzhausen und Offingen zu großflächigen Überschwemmungen, so geschehen beispielsweise in den Jahren 1999, 2002 und 2013. Vor allem die beiden Hochwasserereignisse der Jahre 1999 und 2002 waren dabei Anlass für die Entwicklung eines Hochwasserschutzkonzeptes für das gesamte Mindeltal im Bereich des Landkreises Günzburg.

In der Mindeltalstudie, die Kling Consult in den Jahren 2002 – 2004 im Auftrag des damaligen Bayerischen Staatsministeriums für Landesentwicklung und Umweltfragen und den Mindelkommunen erarbeitet hatte, war die Entwicklung dieses Konzeptes ein Kernpunkt.

Nach dem Prinzip der Abflussdrosselung vor besiedelten Gebieten und der breitflächigen Ableitung des Wassers über den nicht besiedelten Mindeltalraum soll auch in Thannhausen der Hochwasserschutz erfolgen. So ist geplant, dass der Abfluss der Mindel und der Hasel durch Drosselbauwerke südlich von Thannhausen begrenzt werden. Der über die innerstädtisch schadlos abzuleitende Abflussmenge hinausgehende Hochwasserabfluss wird über Deiche an der Siedlungsgrenze in die Mitte des Talraums gelenkt und abgeleitet. In Zuge der Maßnahmen zum Hochwasserschutz wird auch das Teilungsbauwerk „Mindel / Hasel / Mühlbach“ umgebaut.

Nach umfangreichen Planungs- und Genehmigungsprozessen in den vergangenen Jahren werden derzeit die Ausführungsplanung sowie die Ausschreibung der Bauleistungen für die Hochwasserschutzmaßnahme erarbeitet. Das Team Baugrundinstitut von Kling Consult hat hierzu vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth den Auftrag für die feldtechnischen Erkundungen und bodenmechanischen Laboruntersuchungen, die Ausarbeitung von Baugrundgutachten für Deiche und Bauwerke, die Mitarbeit am Verwertungskonzept für den Oberboden sowie die bodenkundliche Baubegleitung und die geotechnische Fremdüberwachung erhalten. Zwischen Oktober 2018 und Januar 2019 wurden dabei zur Grundlagenermittlung entlang der Deichtrasse 50 Bohrungen, 65 Rammkernsondierung und 70 Kleinrammbohrungen mit den dazugehörigen bodenmechanischen Laboruntersuchungen durchgeführt. Das feldtechnische Untersuchungskonzept wurde hierbei gemäß DIN 19712:2013 ausgearbeitet. Darüber hinaus wurden im Umfeld des Planungsgebiets mehrere Grundwassermessstellen zur Überwachung der Grundwasserverhältnisse errichtet.

Der Baubeginn für die Hochwasserschutzanlagen im Bereich der Stadt Thannhausen ist für das 4. Quartal 2019 vorgesehen.