Generalplanung bei der Chemischen Fabrik Karl Bucher GmbH


  • März 2020
  • B.A. Architektur Linda Fendt

Veraltete Gebäude und Anlagen erfüllten die Anforderungen nicht mehr

Inmitten einer vielfältigen Struktur von Gebäuden und Anlagen, die über Jahre gewachsenen ist, wurden auf dem bestehenden Werksgelände in Waldstetten große Eingriffe erforderlich. Höhere gesetzliche Sicherheitsanforderungen sowie die weltweit steigende Nachfrage von Spezial- und Feinchemikalien machten die baulichen und anlagentechnischen Veränderungen unumgänglich. Nach der Genehmigung des Bauantrags sowie des Antrags auf Vollzug des Bundesemmissionsschutzgesetz stand dem Bauvorhaben nichts mehr im Wege.

 

Neubauten im Bestand

Der neue 30 Meter hohe Turm in massiver Betonbauweise besteht aus sieben Stockwerken und enthält eine Anlage für die Herstellung von Hexamethyldisiliazan (HMDS). Um das Gebäude optimal auf die Bedürfnisse der Firma Bucher auszurichten wurde eng mit den Chemiespezialisten zusammengearbeitet. Die Herausforderung bestand darin, dass aus produktionstechnischen Gründen der Neubau im direkten Anschluss an die bestehende Anlage gebaut werden musste. Dahingegen wurde das Tanklager für Ammoniak (NH3) als freistehender Baukörper am Rande des Werksgeländes angeordnet, um für den LKW-Verkehr leicht zugänglich zu sein.

Bedingt durch die Anordnung der Neubauten innerhalb des Bestands war die Berücksichtigung des Brandschutzes ein wichtiges Thema. Um Brandüberschlag zu verhindern, wurden die Gebäude deshalb als massive Stahlbetonkonstruktionen ausgeführt und bilden so nun jeweils eigene Brandabschnitte. Außerdem war der Bau von sicheren Fluchttreppenhäusern über alle Geschoße obligatorisch.

Die Fachbereiche Architektur, Baugrundinstitut, Konstruktiver Ingenieurbau, Vermessung sowie Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination waren an der Planung sowie am Bau der Neubauten beteiligt. Die projektleitende Architektin koordinierte das Projekt intern sowie mit externen Partnern und Lieferanten. So konnten auf kurzem Wege alle Projektbeteiligten intensiv und zielorientiert informiert werden, um die reibungslose Bauausführung bei laufendem Betrieb sicherzustellen.

 

Zusammenarbeit bei weiteren Bauprojekten

Kling Consult unterstützt den Chemiebetrieb auch weiterhin bei seinen Bauprojekten. So konnten im Zuge der Erweiterung weitere Bauvorhaben wie z.B. der Neubau von zwei kleinen Lagergebäuden für Gefahrstoffe realisiert werden. Seit Januar 2019 läuft die Baustelle „Neubau eines Funktionsgebäudes“, welches die werkseigene Schlosserei, eine Laborebene für Entwicklungszwecke und eine großzügige Büroebene beinhaltet. Die hier neu entstehenden Flächen sollen die beengten Verhältnisse in den Bestandslaboren und -büros entzerren und aufwerten. Das ca. 18 Meter hohe Gebäude bietet einen eindrucksvollen Ausblick über das Firmengelände und das Günztal. Die Fertigstellung ist im Frühjahr 2020 geplant.

Neues Tanklager für Ammoniak

Der neue 30 Meter hohe Turm enthält eine Produktionsanlage